Vernissage der Ausstellung LOTUS mit Valentina Jaffé
Monotypien, Installationen und Collagen von Valentina Jaffé: Vernissage in Anwesenheit der Künstlerin
Die Ausstellung LOTUS der Mannheimer Künstlerin und Absolventin der Kunstakademie Karlsruhe Valentina Jaffé eröffnet am 6. November um 19.30 Uhr in der Galerie Yvonne Hohner Contemporary mit einer Vernissage in Anwesenheit der Künstlerin. Die Einführung gibt Norina Quinte, künstlerische Leiterin der in Karlsruhe gegründeten Berliner Kunstplattform ato.
Zu sehen sind Arbeiten aus den drei Werkgruppen „Drift“, „Traces“ und „Dripping Folds and Melting States“. Sie zeigen Monotypien auf langfaserigem Papier, ortsspezifische Installationen und Collagen.
„Als Kuratorin begeistern mich an Valentina Jaffé vor allem ihr konzeptioneller Ansatz und die sehenswerten Überraschungen, die entstehen, indem sie Wände, Schaufenster, Keramik oder Glas in die Werke einbezieht“, erklärt die Galeristin Yvonne Hohner.
Farbwelten, Spiel mit dem Ausstellungsort und Konstellationen in prekärem Gleichgewicht
Die Werke aus der Gruppe „Drift“ wirken leicht und durchlässig wie Häute oder Membranen. Sie entstehen aus einer ständigen Bewegung heraus. Tusche und Gouache werden zunächst auf eine Siebdruckplatte aufgetragen und anschließend in das Papier eingeschrieben. Valentina Jaffé versteht Farbe nicht als Mittel, etwas abzubilden, sie ist selbst Akteurin: „Die einzelnen Schichten reagieren aufeinander und entwickeln offene Bildräume, die keinen festen Mittelpunkt besitzen und sich mit jedem Blick neu organisieren. Ich wünsche mir, dass Betrachtende in den Farbwelten und Schichtungen verweilen können, ohne nach einer eindeutigen Form oder Lesart zu suchen.“
„Traces“ sind ortsspezifische Installationen, die aus der malerischen Praxis Jaffés hervorgehen. Ausgangspunkt jeder Arbeit ist ein monumentaler Pinselstrich aus Acryl auf Langfaserpapier. Die einzelnen Pinselbewegungen werden ausgeschnitten und für jeden Ort neu entwickelt. Sie legen sich über Wände und Glasflächen, folgen Ecken, Kanten und architektonischen Übergängen oder setzen ihnen bewusst eine eigene Bewegung entgegen. So entstehen Installationen, die mit dem Raum in Beziehung treten.
Die dritte Werkgruppe „Dripping Folds and Melting States“ zeigt Collagen aus industriell gefertigten Plexiglasplatten und -zylindern auf Malerei und organisch geformten, unglasierten Keramiken. Die Elemente korrelieren nicht nur über Farbe, Material und Form, sondern auch durch ihre physische Anordnung. Keramiken lagern über den Kanten der Plexiglasplatten oder liegen auf Röhren auf. Es entsteht ein feines Balancespiel zwischen Gewicht und Leichtigkeit, Festigkeit und Fragilität, Aufliegen und Schweben. „Mich interessiert, wie Dinge, die unterschiedlichen Zusammenhängen angehören, für einen Moment zusammenfinden und etwas Gemeinsames bilden können. Die Arbeiten halten solche Momente fest, ohne sie endgültig festzuschreiben“, so die Künstlerin.
Der Lotus als Bezugspunkt der Ausstellung
Fließende Übergänge, Überlagerungen und Verschiebungen von Fläche und Körper prägen die Arbeiten von Valentina Jaffé. Wie der Lotus, der aus dem Boden durch das Wasser wächst und sich über dessen Oberfläche entfaltet, bewegen sich auch Jaffés Arbeiten zwischen unterschiedlichen Ebenen und Schichten, Materialien und Zuständen.
Begleitprogramm: Collagen-Workshops mit der Künstlerin
In Ergänzung zur Ausstellung leitet Valentina Jaffé in der Galerie mehrere Collagen-Workshops für Kleingruppen bis 10 Personen. Nach einem geführten Rundgang durch die Ausstellung gestalten die Teilnehmenden unter Anleitung der Künstlerin ihr eigenes Kunstwerk mit Materialresten auf Plexiglas.
Anmeldung zum offenen Termin am Samstag, 14.11.2026, 14–17 Uhr, sowie individuelle Terminanfragen für geschlossene Gruppen über die Galerie an office@yvonne-hohner-galerie.com.
Finissage mit Performance von Vivian Schöchlin
Zur Finissage am Sonntag, 6. Dezember 2026, um 15 Uhr, zeigt Vivian Schöchlin eine Performance, die den menschlichen Körper als relationales Element zwischen Nähe, Berührung und Materialität in den Fokus rückt. Vivian Schöchlin arbeitet als freie Performancekünstlerin, Schauspielerin und Regisseurin in Mannheim. Ihre Arbeit verbindet Schauspiel, Tanz und bildende Kunst. Seit 2022 entwickelt sie gemeinsam mit Valentina Jaffé interdisziplinäre Performances, die Körper, Bewegung und künstlerische Objekte in einen Dialog bringen.
Valentina Jaffé
Die Künstlerin Valentina Jaffé ist Absolventin der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Sie lebt und arbeitet in Mannheim. Zwischen Malerei, Collage und Skulptur setzt sie sich in ihren Werken mit dem Medium und den Eigenschaften von Papier auseinander. Ihre Arbeiten sind getragen von Schichtungen. Immer wieder begegnen sich Fläche und Körper, Malerei und Objekt.
In einer erfrischenden Leichtigkeit entstehen in ihren Werken paradoxe Zustände zwischen fließend und fest, weich und hart, fragil und widerständig. Ihre Arbeiten treten miteinander und mit der Architektur in Beziehung, berühren sich, überschneiden sich und bilden offene Gefüge.